Dierkes, Karl Josef (1924-2008), Liegender Frauenakt, um 1960
Karl Josef Dierkes(1924 Dalhausen - 2008 ebd.), Liegender Frauenakt , um 1960. Bronze 26,5 cm (Länge), x 11 cm (Höhe) x 7 cm (Tiefe), seitlich mit „K.[arl] J.[osef] Dierkes“ signiert und dem Gießereistempel „GUSS BARTH RINTELN“ versehen
- in sehr gutem Erhaltungszustand
- Ursprüngliche Körperlandschaft -
Der liegende Frauenakt gemahnt an die Aktdarstellungen Henry Moores. Der hochaufgerichtete Kopf und die gelängten Gliedmaßen verleihen der Figur den Charakter einer monumentalen Körperlandschaft, wobei die Ausrichtung des Kopfes und die angedeutete Blickrichtung die Aufmerksamkeit auf den Nachvollzug der Körperformen lenken. Im Gegensatz zu Moores Plastiken weist die Figur jedoch keine glatte Oberflächenbeschaffenheit auf, vielmehr wirkt sie wie aus dem Material herausmodelliert. Das Heraustreten aus der Materialität bei einem gleichzeitigen Verbunden-Bleiben mit dem Material verleiht dem Werk einen archaischen Charakter.
zum Künstler
Karl Josef Dierkes verlor im Zweiten Weltkrieg an der Ostfront ein Bein. Nach dem Studium der Bildhauerei bei Hans Martin Ruwoldt in Hamburg und einigen Jahren in der Darmstädter Künstlerkolonie kehrte er 1960 nach Dalhausen zurück. Dort errichtete er im Hellweg 10 auf dem Grundstück seines Vaters ein Wohnhaus mit Atelier. 1994 drehte Wolfgang Brosche ein Dokumentarfilm über den Künstler.
„Paul Josef Dierks Werk begann mit formreduzierten weiblichen Akten und Torsi, die er bis Ende der 50er Jahre zur Abstraktion in kurvenreichen, fließenden Formen führt. In den 60er Jahren erweitert er das monumentaler werdende Oeuvre um stelenhafte Skulpturen und die Vertikale betonende Reliefs, die überwiegend weich modellierte anthropomorphe oder analytisch-kubische Formen aufweisen. Um 1970 auch scharfkantig-geometrisierende Konstruktionen."
Dankmar Trier

