Lilanga, George (1934-2005), Holzskulptur einer roten Gestalt, um 1995
George Lilanga(1934 Kikwetu - 2005 Daressalaam), Skulptur einer roten Gestalt , um 1995. Holz polychromiert, 80 cm (Höhe) x 40 cm (Breite) x 25 cm (Tiefe), auf der geschnitzten Bodenplatte signiert.
- der linke Arm neu fixiert, Spannungsriss den rechten Fuß durchlaufend
- Der irre Tanz des Lebens -
George Lilanga, der sich zum ursprünglich zum Makonde-Schnitzer hat ausbilden lassen, greift mit dieser Skulptur die zur Mythologie der Makonde gehörenden Shetani-Geister auf und schafft eine bizarr-groteske Figur, die in einer tänzerischen Bewegung mit aufgerissenem Mund und zwei entblößten Zähnen nach oben schaut. Ein permanenter Affektzustand, der von den intensiv-leuchtenden Farben noch verstärkt wird. Doch das darstellte unheimlich-erschreckende Wesen ist durch das Kunstwerk zugleich gebannt und gezähmt, so dass es beinahe drollig wirkt. Als Transformation der mythologischen Tradition ist die wohl ein Funktelefon emporhaltende Figur aber auch eine Metapher für die eigene Existenz und die ‚Absurdität‘ des Lebens und daher zugleich ein Kunstwerk der Moderne.
zum Künstler
George Lilanga di Nyama (1934-2005) war ein bedeutender tansanischer Bildhauer und Maler des Makonde-Volkes und zählt zu den wichtigsten Vertretern zeitgenössischer ostafrikanischer Kunst. Nach seiner Ausbildung als Makonde-Schnitzer zog er 1972 nach Daressalaam und arbeitete am Kunstzentrum Nyumba ya Sanaa.
1980 wurde er stark von der Tingatinga-Schule beeinflusst und entwickelte darauf aufbauend seinen eigenen, unverwechselbaren Stil. Er verband traditionelle Makonde-Schnitzkunst erstmals mit farbiger Gestaltung und schuf Gemälde sowie bemalte Holzskulpturen. Seine Werke zeigen häufig Figuren aus der Makonde-Mythologie (Shetani-Geister), enthalten aber auch sozialkritische und karikierende Elemente.
Lilanga, der als ‚Picasso Afrikas‘ gilt, war ein stilprägender Künstler, der traditionelle afrikanische Kunst mit moderner Individualität verband.

